Schneider & Schneiderin

Konrad - Schachzabelbuch Elsass, 1414
In der römisch-griechisen Antike domierte zunächstdrapierte Kleidung, erst die Verbreitung der
Körperform angepasster Kleidung machte die Tätigkeit des Schneiderns notwendig.
Bis zum 12. Jh. wurde Kleidung meist noch von der Familie selbst oder Klöstern hergestellt...daher kam der Beruf des Schneiders erst Mitte des 12. Jh. auf.

In Frankreich unterschied man zu dieser Zeit die Berufe Schneider und Näher.
Der französische Schneider war im Unterschied zum Kleidermacher nicht in einer Zunft organisiert und hatte daher weniger Ansehen und Aufträge.
Aus diesem Grunde wurde in Frankreich der Beruf häufig von Juden, denen der Zugang zu den Zünften verwehrt war, ausgeübt.
Dieser zustand hielt an bis zur Abschaffung der Zünfte in Frankreich nach der französischen Revolution 1789.

Zunftwappen der Schneider

Weil sie nach dem Verständnis früherer Zeiten Frauenarbeit verrichteten, waren Schneider jahrhundertelang dem Volsspott ausgesetzt.

Wie anhand vieler satirischer Überlieferungen belegt ist, galt der Schneider oft als Verlierefigur.
Noch heute heißt es bei manchem Kartenspiel, dass derjenige einen "Schneider" hat, der besonders wenige Punkte erreicht hat.

Konrad-Schachzabelbuch 1467
Die Nähnechte waren vielfach eher schmächtige, manchmal auch körperlich behinderte Menschen, die körperlich schwere Arbeiten nicht ausüben konnten. Dies trug viel zum schlechten Image des im "Schneidersitz" mit unterschlagenen Beinen auf dem Tisch hockenden Schneiders bei.
Mit dem Aufkommen der Nähmaschinen ab etwa 1830 verschwand dieser Hilfsberuf schnell, überlebte aber zeitweise noch im Zuarbeiter der Gesellen.   Wikipedia

Codex Windobonensis                          Paduan Bible
1370 - 1400                                        14. Jh.

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